Freitag, 4. November 2011

Österreichische Spiegelgalerie

Das Schöne an Kitzbühel ist ja zweifelsohne die Landschaft, die diese kleine Stadt umgibt. Die scheint aber die allermeisten Urlauber dort nicht sonderlich zu interessieren. Schick gewandet, mit reinrassigem Hund an der Leine und großer Sonnenbrille auf der Nase stolziert man lieber den ganzen Tag in der Altstadt herum als beispielsweise einen Berg zu erklimmen. Überhaupt sind sportliche Aktivitäten ganz und gar verpönt. Wie beim Adel früher. Ich denke da an das Versailles des 18. Jahrhunderts: Auf begrenztem Raum langweilt man sich von Bankett zu Bankett, isst zwischendurch Kuchen und Törtchen und wechselt mehrmals die Klamotten, damit der feine Zwirn aus Mailand bestaunt werden kann. Das kommt immer noch hin. Nur die Droschke ist durch den Bugatti ersetzt worden. Da zieht der technische Fortschritt dem gesellschaftlichen wieder mal ne lange Nase.