Sonntag, 11. September 2011

09/11

Heute vor 10 Jahren saß ich im Filmfestival-Büro im Collini-Center in Mannheim und bastelte eifrig am Katalog für die Mannheim Meetings. Ich hing gerade am Telefon, als Annette reinkam und meinte: "Das World Trade Center in New York brennt. Muss was Größeres sein." Wir hatten zwar einige Fernseher dort in der Zentrale, die waren aber alle nur dazu gedacht, Videos anzuschauen, Programmempfang also Fehlanzeige. Eigentlich merkwürdig im Nachhinein. Und Internet lag noch ziemlich fern, wir arbeiteten hauptsächlich mit Fax und einem Modem pro Zimmer. Ab 15 Uhr mehrten sich die Anrufe von aufgewühlten Angehörigen: "Die springen da aus dem Fenster! Man kann sehen, wie sie springen!" Uns dämmerte, dass das kein Hochhausbrand war, den die Feuerwehr schnell in den Griff bekommen würde. Als gegen 17 Uhr endlich jemand eine mickrige Antenne aufgetrieben hatte, waren die Türme schon nicht mehr zu sehen. An Arbeiten dachte keiner mehr. Wir starrten zu fünfzehnt in einen Fernseher. Das Bild war krisselig und trotzdem deutlich wie nie. Mir wurde schlecht. Und irgendwann kamen die Tränen. Eine Situation, die ich niemals vergessen werde. Wie die Bilder, die sich eingebrannt haben und jedes Mal wieder diese Gefühle hervorrufen, die ich vor dem 11. September 2001 nicht kannte.