Sonntag, 20. Mai 2012
Ein neuer Gott im Konsumtempel
Vor lauter Fußball (ja, schon schade, dass das mit dem Titel nicht geklappt hat) ist gestern völlig untergegangen, dass im Breuningerland in Ludwigsburg eine Hollister-Filiale eröffnet hat. Ob wohl von Freitag auf Samstag wieder ein paar Jünger davor campierten, um als erste den Laden zu stürmen und überteuerte Sommerware zu kaufen? Gab es Tumulte? Handgemenge? Übergriffe auf Oben-ohne-Verkäufer? Ich bin gespannt auf die morgige Ausgabe der Regionalzeitung meines Vertrauens.
Samstag, 19. Mai 2012
Ballabend
Ausnahmsweise mache ich heute mal was ganz Ungewöhnliches: Ich drücke dem FC Bayern München die Daumen. Möge Fortuna den Roten hold sein! Chaotische Szenen, wie man sie letzten Dienstag gesehen hat, sind im zivilisiert-biederen München wohl nicht zu erwarten, wo ein Zimmer im popeligen Best Western am Bahnhof 800 Euro kostet (sonst 75 Euro).
Mittwoch, 16. Mai 2012
Göttin Fortuna
Fortuna ist Latein und bedeutet Schicksal oder Glück. Letzteres hatte Düsseldorf gestern Abend nicht mit seinen begeisterten Fans, die vor Abpfiff auf den Platz stürmten, um überpünktlich den langersehnten Aufstieg zu feiern. Also wenn das Schule macht.... einfach auf die Regeln zu pfeifen... schwierig. Aber nicht zwingend schockierend, wie Mehmet Scholl und Reinhold Beckmann tausend Mal wiederholten. Unterm Strich gönne ich den Jungs vom Rhein die 1. Bundesliga von ganzem Herzen, das immer für die Underdogs schlägt. Chaos hin oder her.
Samstag, 12. Mai 2012
Regatta
Die goldene Zuversicht, durch leistungssteigernde Mittelchen sportliche Ambitionen zu krönen, ist mittlerweile auch im Amateurbereich weit verbreitet. Was dazu führt, dass sogar bei gänzlich unlukrativen Veranstaltungen wie den Meisterschaften des allgemeinen deutschen Hochschulsportverbands (adh) Kontrollen durchgeführt werden. Wenn ich mir vorstelle, dass mir im Sommer 1998 bei der nationalen Ruder-Hochschulmeisterschaft jemand einen Plastikbecher in die Hand gedrückt hätte mit der Bitte, ich solle da mal eben reinpinkeln, wegen des Nachweises verbotener Substanzen und so... abwegig ist gar kein Ausdruck. Mir scheint, wir waren da alle nicht mit dem nötigen Ernst bei der Sache. Trieben uns grob fahrlässig zwei Nächte lang auf Parties rum anstatt gewissenhaft zu dopen. Total unprofessionell. Trotzdem erruderten wir uns sonntags auf dem Maschsee in Hannover immerhin den dritten Platz im Vierer ohne. Nicht auszudenken, wo wir mit Doping gelandet wären. Bei den internationalen Hochschulmeisterschaften womöglich. Dann wäre ich heute sicherlich ein Star und könnte auf Sport-Bällen ein wichtiges Gesicht machen. Verdammt noch mal.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Attacke!
Aufm Lidl-Parkplatz herrscht Krieg. Da werden keine Gefangenen gemacht, wenn die Kavallerie (darunter verstehe man ausschließlich Autofahrer, die Anzahl der Fahrradfahrer ist in der Nähe von Discountern zu vernachlässigen) zum Angriff auf die Infanterie (Mütter bewaffnet mit Buggys, Omis mit Hackenporsche, Schüler mit Ranzen, sonstige Kunden mit Einkaufswägen, Tüten und Taschen) bläst. Die zu beobachtenden Manöver sind vielfältig, tragen aber alle die Handschrift der Guerillataktik. Kämpfen, abhauen und verstecken bis zum nächsten Schlag. Der immer ein sagenhaftes Schnäppchen bedeuten kann.
Samstag, 5. Mai 2012
Maiblüten
Buch: "Nur eine Ohrfeige" (Christos Tsiolkas)
Hörbuch: "Fegefeuer" (Sofi Oksanen)
Film (Kino): "Die Tribute von Panem" (Gary Ross)
Film (DVD): "Melancholia" (Lars von Trier)
Hörbuch: "Fegefeuer" (Sofi Oksanen)
Film (Kino): "Die Tribute von Panem" (Gary Ross)
Film (DVD): "Melancholia" (Lars von Trier)
Dienstag, 1. Mai 2012
Weiß
Schnee in den bayerischen Alpen ist per se erst mal nichts Ungewöhnliches. Trotzdem war ich doch etwas überrascht, als ich am Spitzingsee nach einer scharfen Rechtskurve völlig abrupt ausgebremst wurde. Bei 28° türmte sich plötzlich meterhoch Schnee auf, derweil unten am Bach ein paar Nackte badeten. Dort oben führt nur dieser eine Weg an den Tegernsee, den man unbedingt erreichen will, also klammert man sich an die vage Hoffnung, dass es bestimmt bald besser wird und stapft da frohen Mutes durch. Es wurde ewig nicht besser. Gefühlte 100 Kilometer lang. Unterwegs kamen uns Skifahrer entgegen. Am nächsten Tag bot sich auf dem Wendelstein ein ganz ähnliches Bild: Ab 1500 Metern Höhe kam man nur über hartnäckige Schneefelder zum Gipfel. Querfeldein. In pitsche patsche nassen Turnschuhen. Und auf allen Vieren teilweise. Muss von der Gondel aus ein lustiger Anblick gewesen sein. Mit der sind wir dann runter gefahren. Obwohl das streng genommen unter unserer Würde ist.
Donnerstag, 26. April 2012
Sonntag, 22. April 2012
Nina rennt
Erfreulich ist, dass weder Motivationslosigkeit noch Verletzungspech meine Halbmarathon-Vorbereitung stören. Dafür ist aus einem harmlosen Schnüpfchen eine veritable Erkältung geworden, die wacker die Stellung hält. Eine kleine Training-Zwangspause lässt mich nun ins Grübeln kommen: Schaffe ich den Behr-Lauf am 19. Mai in Mühlacker oder soll ich den Stuttgart-Lauf am 17. Juni einplanen? Oder gar den Ensinger Laufcup am 30. Juni? Schwierige Frage. Einer der drei Läufe wird's jedenfalls. Ungeschönter Erfahrungsbericht folgt.
Freitag, 20. April 2012
König Karl
Kein Zweifel: Karl Lagerfeld ist eine coole Socke. Das hat er gestern bei Markus Lanz eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zu vielen Themen hat er sehr originelle, bisweilen hoch philosophisch klingende Meinungen. Er sagt zum Beispiel über
Geld: "Das ist für mich keine Obsession. Ich weiß nicht, wie viel Geld ich habe. Gott sei Dank, sonst könnte man noch geizig werden. Geiz ist überhaupt die schlimmste menschliche Eigenschaft. Das Geld muss aus dem Fenster, damit es zur Türe wieder reinkommt."
Heimat: "Wissen Sie, dieses Wort ist wirklich deutscher Kitsch. Heimat ist da, wo ich bin, und ich bring mich überall selbst mit hin."
Glück: "Ich hatte mehr als das. Schwein gehabt, würde ich sagen. Schauen Sie, ich bin ganz früh weg in ein Land, in dem es gar nicht so toll für Deutsche war. Hab kein Abitur gemacht, hab nie was gelernt. Ich bin total improvisiert, und wenn man dann kein Schwein gehabt hat, weiß ich auch nicht, was ich hatte."
Erziehung: "Mir wurde als Kind gesagt von meiner Mutter: Wenn du dich mit mir unterhalten willst, gib dir Mühe, du bist 6, ich nicht, also gib dir Mühe oder halt den Mund."
Von Politik scheint er allerdings weniger Ahnung zu haben. Über die Affäre Wulff und unseren neuen Bundespräsidenten äußerte er sich so: "Der Gluck hätte da von Anfang an den Platz haben sollen." Als Lanz nachhakte, ob er damit Gauck meine, sagte er: "Ja sicherlich." Cool.
Geld: "Das ist für mich keine Obsession. Ich weiß nicht, wie viel Geld ich habe. Gott sei Dank, sonst könnte man noch geizig werden. Geiz ist überhaupt die schlimmste menschliche Eigenschaft. Das Geld muss aus dem Fenster, damit es zur Türe wieder reinkommt."
Heimat: "Wissen Sie, dieses Wort ist wirklich deutscher Kitsch. Heimat ist da, wo ich bin, und ich bring mich überall selbst mit hin."
Glück: "Ich hatte mehr als das. Schwein gehabt, würde ich sagen. Schauen Sie, ich bin ganz früh weg in ein Land, in dem es gar nicht so toll für Deutsche war. Hab kein Abitur gemacht, hab nie was gelernt. Ich bin total improvisiert, und wenn man dann kein Schwein gehabt hat, weiß ich auch nicht, was ich hatte."
Erziehung: "Mir wurde als Kind gesagt von meiner Mutter: Wenn du dich mit mir unterhalten willst, gib dir Mühe, du bist 6, ich nicht, also gib dir Mühe oder halt den Mund."
Von Politik scheint er allerdings weniger Ahnung zu haben. Über die Affäre Wulff und unseren neuen Bundespräsidenten äußerte er sich so: "Der Gluck hätte da von Anfang an den Platz haben sollen." Als Lanz nachhakte, ob er damit Gauck meine, sagte er: "Ja sicherlich." Cool.
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